Stifelsen Arkivet

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Hovedside

Wählte sein eigenes Leben zu nehmen

louis_hogganvikEiner von denen, die im Arkiv am schwersten misshandelt wurde, war ohne Zweifel Louis Hogganvik, Sör-Audnedal. Nach zwei missglückten Selbstmordversuchen brachte er es zum Schluss fertig, sich das eigene Leben zu nehmen. Damit nichts über die be­stia­lischen Misshandlungen, denen Hogganvik ausgesetzt worden war, an die Öffent­lichkeit gelangen sollte, entschied SS-Hauptsturmführer Rudolf Kerner, dass die Leiche am Leuchtturm Oksöy Fyr in der See versenkt werden sollte. Louis Hogganvik bekam da­mit ein nasses Grab. Die sterblichen Überreste wurden nie gefunden.

Textilarbeiter Louis Hogganvik wurde am 10. Januar 1945 verhaftet. Die Verhaftung ge­schah vermutlich nach einer Anzeige abgegeben von einem in Deutschland ge­bore­nem Hermann Weiss in Mandal, der seit 1943 im Arkiv als Dolmetscher gear­beitet hat­te.Weiss hatte den Verdacht, dass Hogganvik kommunistische Wirksamkeit betrieb.

Im Arkiv musste Hogganvik in den folgenden Wochen die fürchterlichsten Qualen in der Torturkammer im Keller erleiden. Es war Kerner, der den Befehl zu den Misshandlungen gab. Während des Verhörs unter Tortur wurde Hogganvik so kräftig mit der „neun­schwän­zigen Katze" unter den Fuss­ohlen gepeitscht, dass das Blut in Strömen floss. Darüber hinaus wurde sein Gesäss mit dem Gummiknüppel malträtiert. Die „Katze" wurde auch gegen seinen Kopf benutzt, so dass das eine Auge beschädigt wurde.

Aber die Greueltaten waren damit nicht beendet. Seine Knie, die seit seiner Geburt steif waren, versuchten die Gestapoleute aufzubrechen.

Leiche im Meer versenkt

Als Folge der grotesken Behandlung glitt Hogganvik in psychische Dunkelheit hinein. Um weiteren Qualen zu entfliehen, wählte er sich das Leben zu nehmen. Das geschah am 19. Januar 1945. Unter allen Umständen rechnete er damit, ohnehin erschlagen zu werden. Weiter fürchtete er gezwungen zu werden, eine illegale Organisation, von der er wusste, verraten zu müssen. Aus reiner Verzweiflung würgte er die eine Ecke der Ma­trat­ze in sich hinein. Die Teilchen wurden so tief in den Rachen hineingeschoben, dass er erstickte.

Die Gestapo wünschte offenbar diese peinliche Episode so gut sie konnte zu verheim­li­chen. Nichts musste an die Öffentlichkeit gelangen. Deshalb wurde die Leiche, zusam­men mit vier russischen Gefangenenleichen ins Meer versenkt. Diese wurden auf Ker­ners Befehl hin am Mast eines Fischkutters am 20. Januar 1945 ausserhalb von Oksöy erhängt. Die herzlose Behandlung wurde von Glomb und Willführ verrichtet.

Kerner gab weiter den Befehl, dass die Angehörigen von Hogganvik nicht über den To­des­fall unterrichtet werden sollten. Sie mussten deshalb vollständig unwissend über sein Schicksal leben, genau so wie die Angehörigen der norwegischen NN-Gefangenen in Deutschland.

Die deutsche Barbarei kannte keine Begrenzung in ihren unmenschlichen Gebaren.

Euch den Hals abschneiden

Der Motor­boot­füh­rer Wilhelm Ovin Sörensen, Mandal, wurde am 31. Januar 1945 ver­haf­tet. Im Februar wurde er zum Verhör ins Arkiv nach Kristian­sand gebracht. Der be­rüch­tigte Dol­met­scher, der Mandals­mann Hermann Weiss, war zugegen. Er kam mit ein paar Aussagen, die charakteristisch  für den Mann und die Behandlungen dort waren.

Am Anfang des Verhörs rief Weiss böswillig aus: - Euch hätte man schon vor langer Zeit erschiessen sollen, du, Louis Hogganvik und Fritz Reinertsen.Ihr teuflischen Kommu­nisten. Ihr sollt auspacken mit allem, was Ihr wisst, auch wenn wir Euch in kleine Stücke zer­reissen müssen. Wir werden alle Mittel, die wir hier im Arkiv haben, brauchen, um al­le Verbindungen, die Ihr mit Kommunisten in Stavanger und ostwärts gehabt habt, raus­zukriegen. Weiter sollt Ihr bestraft werden für die Pläne, um Heldahl, Tönnesen und mich selbst zu liquidieren.
Dem Gärber Fritz A. Reinertsen, Mandal, der in gleicher Sache verhaftet worden war, drohte Weiss damit - „wir werden Euch den Hals durchschneiden".

(PP)