Stifelsen Arkivet

Senter for historieformidling og fredsbygging

Hovedside

Arkivets Geschichte

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Szenen von Gewalt im Staatsarchiv („Arkivet") gehören zu den dunkelsten Kapiteln aus der Okkupationszeit des südlichsten Landesteiles Sörlandet.

Angeführt vom Leiter der deutschen Sicherheitspolizei in Kristiansand, SS-Hauptsturmführer und Kriminalkommissar Rudolf Kerner, übernahm Sipo/SD Ende Januar 1942 Arkivet als Hauptquartier für die deutsche Geheime Staatspolizei (Gestapo).

Im Laufe der Kriegsjahre sassen 3.500 Gefangene aus dem Sörlandet für länger als vier Tage im Arkivet. Viele machten Bekanntschaft mit den Verhörsmethoden der deutschen Sicherheitspolizei in Form von Tortur und Peinigungen. Über 400 wurden regelmässig und hart der Tortur unterzogen. 162 kamen in Konzentrationslagern ums Leben oder wurden hingerichtet. Alle diese haben ihre Namen im Gedenkstein ausserhalb dieses Gebäudes verewigt bekommen.

Arkivet war als „Haus des Schreckens" und „Torturhochburg" weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. Grini-Gefangene gaben dem Arkivet Status als den am meisten gefürchteten Ort für Tortur, physischer und psychischer Gewalt. Arkivet ist das einzige bewahrte Gestapo-Hauptquartier in Norwegen und erscheint noch heute als beinahe authentisch.

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde das Gebäude wieder als Staatsarchiv in Benutzung genommen bis hin zur Fertigstellung des neuen Gebäudes des Staatsarchivs 1997 im Stadtteil Gimle. Danach blieb das alte Gebäude für eine gewisse Zeit unbenutzt.

Ein Aktionskomitee zur Erhaltung des alten Archivgebäudes wurde in Kristiansand am 9. Januar 1998 als eine Spontanaktion aufgrund einer Meldung der staatlichen Eigentumsgesellschaft „Statsbygg" vom Dezember 1997, nach der das Grundstück mit Gebäude auf dem offenen Markt verkauft werden sollte, gegründet.

Sowohl Kriegsveteranen, gesellschaftspolitische Interessen als auch historisch interessierte Personen reagierten kräftig auf die Meldung und die Geschichtslosigkeit, die gezeigt wurde im Verhältnis zur Nazi-Tyrannei und den Vielen, die immer noch leben und an offenen Wunden und bitteren Erinnerungen an unmenschliche Misshandlungen und grober Tortur während der Okkupationszeit, als das Staatsarchiv noch Gestapo-Hauptquartier war, leiden.

Glücklicherweise stoppte das zuständige Ministerium den geplanten Verkauf in Erwartung einer örtlichen Initiative zur Bewahrung und Anwendung des Eigentums mit Gebäude gemäss einer Anfrage des Parlamentsmitgliedes, Aud Blattmann, aus dem hiesigen Landesteil am 17. Dezember 1997.

Das Aktionskomitee erarbeitete für das Ministerium in der Sitzung am 9. Januar 1998 die erste Ideeskizze.

Das Gebäude in Kristiansand ist das einzige im Lande, das auf diese Weise in den Gebrauchszustand während des Krieges zurückgeführt und gleichermassen so an aktuelle und zukunftsweisende Friedensarbeit und Konfliktlösung in weitestem Sinne angepasst werden kann.

Heute zeigt sich das „Arkivet" als ein Dokumentations- und Ausbildungszentrum über die Kriegsjahre 1940-45, und als ein Zentrum für zukunftsgerichtete Friedensarbeit, konfliktvorbeugende Arbeit und gemeinsame Ansiedlung von humanitären Organisationen.

Die Absicht mit der Wiederherzustellung von Teilen des Gestapo-Hauptquartiers ist es, Einblicke in Wirksamkeit und Atmosphäre im Arkiv in der Zeit von 1942 bis 1945 zu gewähren, und dies, um die Folgen totalitärer Ideologien besser deutlich machen zu können. Mit diesen Grausamkeiten als Resonanzboden ist das „Arkivet" heute ein Zentrum für Friedensarbeit, Menschenwürde und Verständnis für gesellschaftspolitische Herausforderungen geworden.

feiring.jpgAnerkannte humanitäre Organisationen wie Red Cross, Save Children, UN Association, Amnesty International und ARC-aid sind Beispiele für das internationale Engagement. Das alte „Haus des Schreckens" spielt eine neue und zukunftsträchtige Rolle.

Unser Wunsch ist es, dass die Geschichte uns helfen soll, die Gegenwart besser zu verstehen und gleichzeitig, dass der Kampf um Menschenwürde und Menschenrechte von neuen Generationen immer wieder gekämpft werden muss.

Die humanitären Organisationen, die im „Arkivet" ihren Standort haben, beschäftigen nahezu 20 Mitarbeiter und darüber hinaus eine grosse Zahl freiwilliger Helfer.

Die „Stiftung Arkivet" ist dabei, sich als bedeutsamer Akteur innerhalb von Geschichtsvermittlung und Arbeit für Menschenrechte im Landesteil Sörlandet zu markieren.

(PP)