Rudolf Kerner

„…wirkte sympathisch, nett und war ein Gentleman bis in die Fingerspitzen.“ (Kari Forgård über Kerner)

Rudolf Kerner wurde 1910 in Saarbrücken als Sohn eines Schuhwarenhändlers geboren. Nach seiner Ausbildung zum Schuhmacher arbeitete er einige Jahre im Schuhgeschäft seiner Mutter. Als der Laden 1936 verkauft wurde, bewarb sich Kerner bei der Polizei.

Nach Beendigung seiner Ausbildung in der Führerschule, dem früheren kriminaltechnischen Institut, in Berlin wurde Kerner im März 1939 in den Dienst der deutschen Sicherheitspolizei in Linz beordert. Dort wurde er bald befördert und bekam eine leitende Stellung. Kerner beschäftigte sich zunächst mit Angelegenheiten, die sich gegen Marxisten und Kommunisten richteten. Danach gehörten Nachforschungen über Personen, die der Homosexualität und der Abtreibung verdächtigt wurden, zu Kerners Hauptaufgaben.

Im Juli 1940 wurde Rudolf Kerner nach Wiesbaden, später auch nach Metz in Lothringen, entsendet. In Wiesbaden war er mit der Kontrolle der evakuierten Einwohner betraut. Am 1. März 1941 wurde Kerner zur Sipo (Sicherheitspolizei) nach Metz geschickt.

Im Sommer 1941 wurde Rudolf Kerner zurück nach Linz beordert und gebeten sich für die Übernahme eines Einsatzkommandos bereitzuhalten. Am 30. August bekam Kerner den Befehl, sich so schnell wie möglich in Oslo zu melden, woraufhin er am 3. September als Leiter der Sicherheitspolizei nach Kristiansand geschickt wurde.

Kerner war bis zur Kapitulation Leiter der Außendienststelle in Kristiansand, die formell dem Kommandeur in Stavanger unterstellt war.

Nach dem Krieg verurteilte das norwegische Obergericht (lagmannsrett) Rudolf Kerner zum Tode, was durch das oberste norwegische Gericht (høyesterett) bestätigt wurde. Im November 1949 wurde das Urteil in lebenslängliche Haft umgewandelt. 1953 wurde Kerner begnadigt und ausgewiesen.